1864 - ein verhängnisvolles Jahr

Foto: Jonas Fægteborg Førstø

1864 ist das Jahr, wo Dänemark den Krieg und das Landgebiet Südjütland an den Preußen verlieren. Bis hin zu der Wiedervereinigung von 1920, verbleibt das Gebiet und damit auch Sønderborg auf deutschen Händen.

Krieg ist erschreckend und faszinierend zugleich

- und der Krieg von 1864 ist keine Ausnahme.

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Zuletzt hat der Autor und Journalist Tom Buk-Swienty mit den von Rezensenten empfohlenen Büchern „Slagtebænk Dybbøl“ (Schlachtbank Dybbøl) und „Dommedag Als“ (Jüngstes Gericht Als) erneutes Interesse für das Thema geweckt. Die Bücher nehmen den Leser auf eine hervorragende Art und Weise mit auf eine Reise in das verhängnisvolle Jahr, wo Dänemark Südjütland verlor und in einen Liliput-Staat verwandelt wurde.

Der Verlust in 1864 wird besonders wehrend der 1. Weltkrieg (1914-18) bemerkbar, Dänemark ist zwar Neutral und nimmt nicht am Krieg Teil, die Männer aus Südjütland werden aber in dem deutschen Heer einberufen und an die Front geschickt.

Die Reise jedoch wird erst vollständig, wenn man auf Dybbøl Banke steht und gen Broagerland schaut, von wo die preußischen Granaten über die Schanzen niederregneten, oder wenn man an einem frühen Morgen von Arnkilsøre über den Als Sund auf den Wald von Sottrup auf der Jütland-Seite schaut, von wo der letzte Angriff gestartet wurde. Die Geschichte ist immer noch dort. Wenn man die Augen schließt, kann man die Geräusche, Gerüche und die Angst wahrnehmen.

Möchte man die ganze Geschichte erleben, muss man südlich der Grenze beim Danewerk beginnen. Hier stand das dänische Heer parat die preußischen Soldaten in Empfang zu nehmen, als der Krieg am 31. Januar 1864 ausbrach. Nach den ersten Kämpfen vor der Danewerk-Stellung wurde deutlich, dass die Stellung nicht gehalten werden konnte und am 4. Februar wurde beschlossen sie zu verlassen.

Wenige Kilometer von Schleswig, an der Stelle wo das Danewerk vom Ochsenweg durchschnitten wird, liegt das Danewerk Museum. Das Museum liegt direkt an der Stelle, wo man neulich Spuren des Tores gefunden hat, welches im Altertum den Verkehr auf dem Ochsenweg reguliert hat. Das Museum, das die Geschichte des Danewerks erzählt, ist einen Besuch wert, aber denken Sie daran Euros mitzubringen, da man weder dänisches Geld noch Kreditkarten akzeptiert. 500 m westlich des Museums haben dänische und deutsche Ingenieurtruppen die Schanze 14 nach alten Zeichnungen und Fotos neu etabliert.

Kommt man von Gråsten liegt Dybbøl Banke als natürlicher Höhenzug auf dem Weg nach Sønderborg. Von den Schanzen hat man eine phantastische Aussicht über das ganze Gebiet und kann sowohl den nördlichen Teil des Als Sund, als auch die Flensburger Förde sehen.

Ein Besuch des Geschichtszentrum Dybbøl Banke bietet die beste Vermittlung der Schlacht und ist ein Erlebnis für Kinder und Erwachsene. Wünscht man die Schanzen alleine zu erkunden, erhält man eine detaillierte Übersichtskarte im Touristenbüro. 

Im Schutz der Dunkelheit, in der Nacht zum 29. Juni, setzten sich die ersten preußischen Soldaten in Boote und begaben sich auf den Sund in Richtung Als. Die Dänen entdeckten viel zu spät, dass ein Angriff erfolgte und schafften es nicht zu reagieren, bevor das Gebiet von preußischen Soldaten überschwemmt war.

Folgt man dem Nydamstien kann man heute noch die Schleifspuren und Vertiefungen in der Erde sehen, wo die Ruderboote zu Wasser gelassen und Kanonenstellungen ausgegraben wurden. Holen Sie sich eine Broschüre mit der Route im Touristenbüro. 

An jedem Jahr in Juni wird der „Kampf um Als“, die entscheidende Schlacht des Krieges von 1864, wieder aufgeführt. Es gibt einen Umzug durch die Stadt Sønderborg, ein Soldatenlager in Kær Vestermark und die Aufführung des Übersetzens nach Als bei Arnkilsøre mitten in der Nacht. Der Event ist wirklich das Erlebnis wert. 

Haben Sie Lust auf weitere Informationen über die Sehenswürdigkeiten von Sønderborg, die eine Verbindung mit 1864 haben, können Sie an einer 1864 Stadtwanderung teilnehmen.

Für weitere Informationen betreffend 1864