
Der Bambuswald – Avnbøl Sned
Spüren Sie die Natur des Ostens im ”Bambuswald”.
Wenn Sie von Sønderborg aus auf dem Aabenraavej in Richtung Aabenraa fahren, treffen Sie etwa 3 km von Ullerup entfernt auf ein Schild für "Bojskov". Hier biegen Sie links in eine kleine kurvenreiche Straße ein, die Sie dorthin führt, wo selten viele Besucher sind.
Wenn Sie auf einen kleinen Wald stoßen, sollten Sie sich selbst einen Gefallen tun und anhalten. Der Wald Avnbøl Sned ist ein kleines Stück Staatswald, das ich für ein nettes, kleines Naturjuwel halte, da es einen Hauch östlicher Mystik hat und viel aufregende Geschichte beinhaltet.
Der Wald heißt eigentlich "Avnbøl Sned". Dies bedeutet „ein abgeschnittenes Stück“ oder „Buschwald“. Früher gehörte der Wald zum größten der hiesigen Höfe, dem „Avnbølgård“. Der Wald liegt etwas vom Hof entfernt und durch den Wald führte die alte Straße nach Aabenraa.
Mitten im Wald lag ein kleines Gasthaus, das oft von Leuten besucht wurde, die auf dem Weg von oder nach Sønderborg oder Aabenraa waren. Entfernungen und Transporte brauchten Zeit, da die Menschen oft zu Fuß, zu Pferde oder in einer Pferdekutsche unterwegs waren.
Neben dem Service im Gasthaus, dienten die Angestellten im Wald, wo unter anderem Brennholz für Avnbølgård beschafft wurde.
Um das Jahr 1664 ging Avnbølgård bankrott und wurde verkauft. In diesem Zusammenhang ging der Wald an den Staat über und das kleine Gasthaus wurde heruntergebrochen und südöstlich außerhalb des Waldes wieder aufgebaut. Die Einheimischen kamen jedoch weiterhin in den Wald und dort, wo das Gasthaus gewesen war, trafen sich die Menschen u.a. zum Tanzen.
Heute, viele Jahre später, existiert dieser Platz immer noch und wird „Tanzplatz“ genannt. Er wird von der örtlichen Dorfgilde erhalten und es gibt dort schöne Lagerfeuerplätze, Tische und Bänke sowie eine kleine Grillhütte. Die Einheimischen treffen sich weiterhin und veranstalten hier z.B. zu Sankt Hans und Pfingsten Mittage. Bringen Sie ein Lunchpaket und eine Tasse Kaffee mit und genießen Sie die Stille, vielleicht spüren Sie die vielen tanzenden Menschen? In der östlichen Ecke des Platzes befindet sich noch ein kleines Wasserloch, aus dem das Gasthaus sein Wasser holte.
Wenn Sie den Wald erreichen, gibt es nur einen geraden Weg durch den gesamten Wald. Es ist die alte Hauptstraße und Sie können an der Seite parken. Aber wenn Sie sich zu Fuß etwas in den Weg hineinbewegen, treffen Sie rechts auf einen kleinen Pfad. Es ist der „Bambuspfad“. Er führt Sie tief in den Wald hinein, zu dem, weshalb die Einheimischen den Wald "Bambuswald" nennen.
Während des Zweiten Weltkriegs war es schwierig, Bambusstöcke für Topfpflanzen und Wandmatten aus dem Osten zu bekommen. Deshalb kam
der damalige Förster auf die Idee, Bambus im Wald anzupflanzen. Er pflanzte 10 gelbe Bambusbüschel in den Wald. Sie wuchsen gut und wurden schnell groß und schön, aber in der Zwischenzeit endete der Zweite Weltkrieg und die Einfuhr von Bambus begann wieder. Dadurch verschwand die gute Geschäftsidee, da es sich nicht mehr rentierte, Bambus im Avnbøl Sned zu schneiden. Der Bambus durfte jedoch stehen bleiben und sich im Wald ausbreiten. Ende der 1990er Jahre starben die Bambusse vorübergehend ab, aber zuvor hatten sie geblüht und viele Samen gestreut. Die Samen säten sind gut und dies hatte zu Folge, dass der Bambus immer noch Teil von Avnbøl Sned ist und daher von den Einheimischen "Bambuswald" genannt wird.
Auf der Tour auf dem Bambuspfad kommen Sie durch einen schönen Buchenwald, wo im Frühjahr die schönsten Anemonen wachsen. Sie passieren auch einen schönen Fichtenwald, der im Herbst ein guter Ort zum Sammeln von Pilzen sein kann.
Im Wald kann man mit etwas Glück sowohl Füchsen als auch Dachsen begegnen, da diese unter den Wurzeln der Bäume versteckt im Wald leben.
Auch viele schöne Rehe sind hier zu sehen und abends kommen einige der Raben der Gegend und schlafen in den Kronen der Bäume.
Ich würde dieses kleine Juwel der Natur auf jeden Fall empfehlen, das viele interessante, spannende und unterschiedliche Naturerlebnisse bietet.
Ich wünsche Ihnen eine tolle Tour.
Viele Grüße,
Andreas Hermann - Naturvermittler
Naturvejlederne Sønderborg

Der Naturvermittler Andreas Hermann empfiehlt eine Tour durch den kleinen Wald Avnbøl Sned auf dem Festland. Hier kann man den „Bambuspfad“ entlanglaufen und ein besonderes Überbleibsel vom 2. Weltkrieg erleben.Foto:Bambus: Sten Porse / Hintergrund: KIm T. Jørgensen / Portrait: ?